Reinhard Mohn

Reinhard Mohn, in fünfter Generation Mitglied der Gründerfamilie Bertelsmann, baute in über 40 Jahren aktiven beruflichen Engagements ein Unternehmen auf, das heute an der Weltspitze international tätiger Medienhäuser rangiert. Mit großem Mut zu unternehmerischem Risiko, gepaart mit Weitsicht und wirtschaftlichem Sachverstand, schuf er ein Lebenswerk, an dem heute weltweit über 100.000 Menschen als Beschäftigte weiterarbeiten.
Im Jahr 1977 gründete Reinhard Mohn, in der Tradition des gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Engagements der Inhaberfamilie Bertelsmann und Mohn, die Bertelsmann Stiftung. Dazu hat er am 16. September 1993 zunächst 68,8 Prozent seiner Kapitalanteile an der Bertelsmann AG auf die Bertelsmann Stiftung übertragen. Heute hält die Stiftung 77,4 Prozent der Anteile (Stand Dez. 2009). 


Lebenslauf
Reinhard Mohn wurde am 29. Juni 1921 in Gütersloh geboren, machte dort 1939 das Abitur und kam anschließend zum Wehrdienst. Als Leutnant des Afrika-Korps geriet Reinhard Mohn 1943 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1946 heimkehrte. Seinem Wunsch, Ingenieur zu werden, stand der Wunsch des Vaters entgegen, der Sohn möge in das familieneigene Druck- und Verlagshaus eintreten. Mohn stellte sich der neuen Aufgabe und übernahm die Leitung des Hauses. Damit begann eine der herausragenden und bemerkenswertesten Unternehmerkarrieren im Nachkriegsdeutschland. 

In über 40 Jahren beruflichen Engagements führte Reinhard Mohn das mittelständische, nur regional bedeutsame Druck- und Verlagshaus Bertelsmann in die Spitzengruppe der internationalen Medienunternehmen. Bertelsmann mit über 100.000 Mitarbeitern in 54 Ländern und einem Umsatz von 16,118 Milliarden Euro ist weitgehend sein Werk. Mit Selbstdisziplin und Gestaltungswillen hat Reinhard Mohn auf wirtschaftlichem, führungstechnischem und sozialem Feld Exemplarisches geleistet. Er ließ sich dabei leiten von den in 150-jähriger Familientradition überlieferten Wertvorstellungen, die stets auf das Wohl der Gesellschaft ausgerichtet waren. Er selbst bekannte: "Ethische Kriterien konnten sich immer gegenüber ökonomischen Zielen durchsetzen. Mir scheint, dass die bemerkenswerte wirtschaftliche Stabilität des Hauses Bertelsmann hier ihre Erklärung findet."

Schon als junger Firmenchef hatte sich Reinhard Mohn energisch um die "innere Ordnung" seiner Firma gekümmert. Diese innere Struktur seines Hauses wollte er von den Prinzipien Fairness, Partnerschaft und Gerechtigkeit geprägt wissen. Nicht soziale Utopien waren seine Triebkraft, sondern die Überzeugung, dass der motivierte Mitarbeiter, der sich an seinem Arbeitsplatz im vorgegebenen Rahmen frei entwickeln kann, zufriedener ist und mehr leistet. "Das Wichtigste für Wachstum und Kontinuität eines Unternehmens ist es", so Reinhard Mohn, "dass möglichst viele sich verantwortlich fühlen und an den Entscheidungsprozessen teilnehmen." 

In dieser Überzeugung baute Reinhard Mohn in seinem Haus die Brücke von der Humanität zur Effizienz auf drei Pfeilern: Freiraum für den Einzelnen, materielle Gerechtigkeit und soziale Sicherheit. 1981 gab der engagierte Unternehmer Reinhard Mohn, getreu den von ihm selbst aufgestellten Führungsgrundsätzen seines Hauses, den Vorstandsvorsitz ab und übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat der Bertelsmann AG. Am 29. Juni 1991, seinem 70. Geburtstag, zog er sich auch aus diesem Gremium zurück und widmete sich anschließend als Vorsitzender des Vorstandes bzw. Präsidiums ganz der Arbeit der Bertelsmann Stiftung. Das Amt des Präsidiumsvorsitzenden übergab er am 1. Oktober 2001 an Dr. Gunter Thielen, und 2002, nachdem Dr. Thielen als Vorstandsvorsitzender in die Bertelsmann AG abberufen wurde, an Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heribert Meffert. Er selbst blieb Mitglied des Gremiums bis zum 31.12.2004. Im Jahr 2005 ordnete Reinhard Mohn die Führungsstruktur neu. Die Aufgaben von Kuratorium und Präsidium, jetzt Vorstand, wurden voneinander getrennt. Das Kuratorium wird zum Beratungs- und Kontrollorgan. Im Januar 2008 nahm Dr. Gunter Thielen den Vorsitz der Stiftung wieder ein. Reinhard Mohn gehörte als Stifter weiter dem Kuratorium an.

1994 wurde Reinhard Mohn das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, seit 1996 war er Ehrenmitglied im Club of Rome. 1998 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und dem Prinz-von-Asturien-Preis des spanischen Königshauses ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde er zum Unternehmer des Jahrhunderts ernannt. 1999 erhielt Reinhard Mohn den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis sowie dem Spanischen Großkreuz ausgezeichnet. 2000 wurde er mit der Bernhard-Harms-Medaille des Instituts für Wirtschaft und der Jakob-Fugger-Medaille des Verbandes der Bayerischen Zeitungsverleger geehrt. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Münster und 2002 den Zukunftspreis der CDU Sozialausschüsse. 2003 wurde er gemeinsam mit Ehefrau Liz mit dem Teddy-Kollek-Preis geehrt. Die Stadt Alcúdia ernannte ihn im Jahr 2005 zum Ehrenbürger. Schließlich wurde er 2007 in der Kategorie "Lebenswerk" mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. 

Reinhard Mohn ist am 3. Oktober 2009 verstorben.

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Was bedeutet CYOC?

CYOC ist die Abkürzung für “Create Your Own Career”.

Der Slogan steht für die individuellen Karrieremöglichkeiten und die unternehmerische Freiheit, die Mitarbeiter bei Bertelsmann erleben. Das folgende Video veranschaulicht, was "Create Your Own Career" für unsere Mitarbeiter bedeutet.

Bertelsmann feiert seinen 175. Firmengeburtstag.

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